Silber gediegen
engl. Silver native
Nach dem assyrischen sarpur oder dem gotischen silubr („Weißes Metall“)
Formel  
Stoffgruppe
Farbe
 
Strich
Glanz
Transparenz
Härte (Mohs)
Dichte
Spaltbarkeit
Bruch

Kristallsystem
Kristallklasse
Ag
Elemente
silberweiß; auch gelblich, rötlich, braun oder schwarz angelaufen
silberweiß glänzend
Metallglanz
undurchsichtig
2,5 – 3
10,1 – 11,1 g/cm³
keine
hakig

kubisch
isometrisch-hexaoktaedrisch
Silber gediegen aus SchlemaLupe
Eigenschaften
Varietäten
Kristallformen
Geschichte
Vorkommen
Verwendung
Beschreibung
Eigenschaften

Silber gediegen ist ein silberweiß glänzendes oder dunkel angelaufenes Mineral, das zur Klasse der Elemente gezählt wird (Namensherkunft und Verwendung siehe Element Silber). Silber besitzt die höchste thermische und elektrische Leitfähigkeit aller Metalle. Das Reflexionsvermögen ist sehr hoch, dies erklärt den hellen Metallglanz, der als „silberweiß“ bezeichnet wird. Das Mineral ist häufig mit anderen Metallen wie Kupfer oder Gold vermengt, daher liegt die Dichte des Minerals unter der hohen Dichte des Elements Silber. Im Gegensatz zu Gold oder Platin löst sich Silber in konzentrierter Salpetersäure. Beim Versetzen der entstandenen Lösung mit Salzsäure erhält man einen weißen Silberchlorid-Niederschlag. Silber gediegen färbt sich durch Schwefelwasserstoff schwarz. Silberlocken kann man durch Erhitzen des Minerals Akanthit heraustreiben. Einige der in Sammlungen befindlichen „Silberstufen“ sind wohl so hergestellt. Eine Unterscheidung ist für den Laien kaum möglich. Dendritisches Silber aus dem Erzgebirge ist oft aus dem Arsen herausgeätzt (siehe Foto oben).


Varietäten und Begleitminerale

Kupfer mit Silber-Anteil
Lupe
Kupfer mit hohem Silber-Anteil aus Batopilas in Mexiko
Silber gediegen
Lupe
Silber-Locken aus der Uchuchacqua Mine in Peru
Silber aus Kongsberg
Lupe
Silber auf Quarz aus Kongsberg in Norwegen
Deutlich ausgeprägte Silberbleche und Drähte werden nach der berühmten Fundstelle Kongsberg in Norwegen auch als „Kongsbergit“ bezeichnet. „Fischgrätensilber“ bezeichnet dendritisches Silber, das bäumchenartig auftritt. Silber bildet mit Kupfer gerne Legierungen, die nicht als eigenständiges Mineral anerkannt sind. Auch Legierungen mit Gold treten auf. Häufige Begleitminerale sind zum Beispiel Quarz oder Arsen gediegen. Bildet das Silber mit Antimon ein Antimonid, entstehen je nach Zusammensetzung die Silberminerale Allargentum oder Dyskrasit.


Kristallformen und Wachstum

Es treten die typischen Kristalle nach dem kubischen System auf, beispielsweise Hexaeder, Rhombendodekaeder, Oktaeder, Tetrakishexaeder und Hexakisoktaeder. Aggregate sind gerne blech-, draht- oder lockenförmig. Man findet auch Klumpen oder Nuggets, Flitter, Skelette, sowie moosartiges oder dendritisches Wachstum. Zwillinge treten auf, wenn zum Beispiel zwei Oktaeder miteinander verwachsen.


Geschichte

Silber war nach Kupfer und Gold das dritte Gebrauchsmetall, das die Menschen benutzten. Die Assyrer kannten es als sarpu, die Germanen verwandten das Wort silabra, die Goten silubr, die Römer nannten es argentum, nach dem griechischen Wort argyros, was so viel bedeutet wie „weiß-metallisch“. Die Geschichte des Silbers ist beim Element Silber ausführlich beschrieben.


Vorkommen

Berühmte, historische Fundstellen befinden sich in Schlema und Pöhla im Erzgebirge oder in Kongsberg in Norwegen. Silberstufen in den Sammlungen kommen heute auch aus Broken Hill in Australien, aus der Uchuchacqua Mine in Peru oder aus Imiter in Marokko.


Verwendung

Silber gediegen dient wie die anderen Silbererze zum Herstellen von Feinsilber. Silber ist das am meisten gebrauchte Edelmetall. Silber und seine Legierungen werden für Besteck und Schmuck verwendet. Aufgrund seiner hohen elektrischen Leitfähigkeit wird es für Leitermaterial und Kontakte in elektronischen Schaltungen benötigt. Früher bestand die reflektierende Schicht der Spiegel aus reinem Silber. Heute verwendet man dafür hauptsächlich Aluminium. Silber in fein zerteilter Form wirkt bakterientötend.
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