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Schädlingsspray, Köderdosen
 
Schädlingsspray
Gefahr
Bei Verschlucken und Einatmen schwere Vergiftungen möglich
Bei Hautkontakt oder Einatmen allergische Reaktionen möglich
Gefährdet Pflanzen und Tiere
Aufbewahrung
Verschlossener Schrank für Kinder unzugänglich
Nicht zusammen mit Lebensmitteln aufbewahren
Schutzbrille anziehen! Schutzhandschuhe anziehen! Schutzbrille, Schutzhandschuhe, nur im Freien, evt. Atemschutz

Inhaltsstoffe
Schädlingsspray für Pflanzen enthalten Pyrethrine wie Pyrethrum, das aus Chrysanthemen gewonnen wird. Das Gift wirkt zum Beispiel gegen Blattläuse, Spinnmilben oder bestimmte Käfer-Larven. Als Treibmittel werden die leicht entzündbaren Gase Butan oder Propan verwendet, als Lösungsmittel oft Isopropylalkohol. Azemethiphos ist ein Thiophosphorsäureester, der in Köderdosen gegen Ameisen und Schaben eingesetzt wird. Ein anderer Wirkstoff in Köderdosen ist Etofenprox, der zu der Gruppe der Pyrethroid-Ether gehört.

Gefahren
Vor allem beim Einatmen des Sprühnebels aus Spraydosen besteht die Gefahr von Atemnot, Übelkeit oder Vergiftungen. Der Hautkontakt kann allergische Reaktionen wie Juckreiz oder Brennen verursachen. Haustiere reagieren besonders empfindlich, sie können Krampfanfälle bekommen, wenn das Spray auf ihr Fell gesprüht wird. Bei Produkten mit dem Piktogramm Totenkopf können Vergiftungen mit Todesfolge auftreten. Solche Produkte sind nur für die Landwirtschaft zum Gebrauch im Freien zugelassen, sie haben in Wohnungen und im Hobbygarten nichts zu suchen. Schädlingsbekämpfungsmittel gefährden auch Pflanzen und Tiere wie Schmetterlinge, die Nützlinge sind. Die Wirkstoffe können sich in Wohnungen anreichern und langfristig zu Allergien oder chronischen Vergiftungen führen. Entzündbare Treibgase von Spraydosen können in Räumen eine Verpuffung verursachen.

Aufbewahrung
Schädlingsbekämpfungsmittel werden an einem kühlen Ort in einem verschlossenen Schrank am besten im Keller, im Geräteschuppen oder in der Garage an für Kinder und Hautieren unzugänglichen Orten gelagert. Sie dürfen nur in der Originalverpackung aufbewahrt werden.

Sicherer Umgang
Die Anwendung in Wohnräumen ist sehr problematisch, es muss überlegt werden, ob eine Verzicht nicht das beste wäre. In privaten Haushalten sind nur dafür zugelassene Mittel erlaubt. Die Dosierungshinweise der Gebrauchsanweisung sind unbedingt einzuhalten. Topfpflanzen dürfen nur auf dem Balkon oder im Freien behandelt werden. Das Tragen von Schutzbrille, Schutzhandschuhen und Atemschutz wird empfohlen. Im Garten sind natürliche Formen der Schädlingsbekämpfung zu bevorzugen. Es dürfen niemals Behälter mit giftigen Flüssigkeiten offen herumstehen.


Natürliche Schädlingsbekämpfung

Natürliche Schädlingsbekämpfung im Garten: Ohrwurmhäuschen


Anwendungen
Die Topfpflanzen werden gemäß Gebrauchsanweisung im Freien eingesprüht. Die Töpfe bleiben dort für einige Tage stehen. Danach kann man die Blätter mit Wasser absprühen oder abwaschen. Der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln in der Nähe von Teichen oder anderen Oberflächengewässern ist verboten.

Köderd
osen gegen Ameisen oder Küchenschaben werden an einem für Kinder unzugänglichen Ort aufgestellt. Alle Nahrungsmittel in der Wohnung müssen in stabilen Gefäßen und Dosen verpackt werden, damit die Insekten kein Gift in die Nahrungsmittel verschleppen, wenn sie die Behältnisse aufbeißen. Nach der Anwendung wird der Boden mit dem Stausauger ausgiebig gereinigt, dann tauscht man den Staubbeutel im Staubsauger aus.

Entsorgung
Reste dürfen nicht ins Abwasser oder in den Hausmüll gelangen. Sie werden im Originalbehälter bei einer Sammelstelle für Schadstoffe abgegeben.

Erste-Hilfe
  • Die Erste-Hilfe richtet sich nach den Stoffen. Beim Kontakt mit toxischen Stoffen, die mit dem Totenkopf gekennzeichnet sind, muss sofort der Giftnotruf angerufen werden. Diese Stoffe sind aber für den normalen Haushaltsgebrauch nicht zugelassen.
  • Beim Einatmen von im Haushalt zugelassenen Produkten und leichten Atembeschwerden bringt man die betroffene Person an die frische Luft. Tritt keine Besserung ein, ist ärztliche Hilfe hinzuzuziehen.
  • Bei Verschlucken durch Kinder Mund ausspülen und viel Wasser trinken lassen, Giftnotruf anrufen.
  • Bei Verschlucken durch Haustiere viel Wasser verabreichen und Tierarzt aufsuchen.
  • Bei Hautkontakt mit viel Wasser reinigen.
 
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