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Carnaubawachs
 
Carnaubawachs ist eine wachsartige Ausscheidung der brasilianischen Carnaubapalme. Der Schmelzpunkt liegt mit 83 bis 90° Celsius höher als der von Bienenwachs. Das Wachs lässt sich gut mit Bienenwachs verschmelzen, ohne dass es beim Abkühlen abgetrennt wird. Ein Carnaubawachs-Zusatz erhöht die Härte und Festigkeit von Wachsprodukten. Dies ist vor allem im Sommer oder in warmen Räumen von Bedeutung. Das Wachs ist hart und splittert gerne, es löst sich in Terpentinöl. Gefährliche Wirkungen für den Menschen sind nicht bekannt, es ist relativ geruchsneutral.
  
 
Geschichte Gewinnung Rezepte Bindemittel Portraits
   
Geschichte und Verwendung
Carnaubawachs wird in Brasilien schon seit langer Zeit gewonnen. Das Wachs der Carnaubapalme (Copernicia prunifera, engl. wax palm) ist heute ein bedeutendes Exportprodukt Brasiliens.   Das pflanzliche Wachs wird bei der Herstellung von Kerzen eingesetzt, es dient zum Glätten von Papier, es ist Bestandteil von Autopolituren, Bohnerwachs und Schuhcreme. In kosmetischen Produkten verhindert es das zu schnelle Schmelzen von Lippenstiften oder Schminkstiften. Als Lebensmittelzusatzstoff E 903 wird es als Überzugsmittel eingesetzt, für diesen Anwendungszweck ist es auch in Medikamenten zugelassen. Gelegentlich wird es im Schlussfirnis als Schutzüberzug von Gemälden eingesetzt. Der Zusatz schützt die Gemälde vor hohen Temperaturen im Sommer.
   
Gewinnung
Plantagen gibt es in Brasilien kaum, die 15 Meter hohe Palme gedeiht in freier Natur im Norden des Landes auf trockenen Böden in großer Zahl. Sie scheidet das Wachs an den jungen Fiedern von gerade entfalteten Blättern in feinen Schuppen ab. Das Wachs stellt einen Verdunstungsschutz bei trockenem Klima dar. Die Ernte findet während der Trockenzeit statt. Alle zwei Monate werden von der Pflanze sechs bis acht Blätter abgeschnitten und am Boden ausgebreitet. Die Blätter schrumpfen und die Wachskügelchen fallen ab. Pro Blatt lassen sich so bis zu acht Gramm Wachs gewinnen, pro Baum und Jahr sind es bis zu 160 Gramm. Das rohe Wachs erscheint relativ dunkel. Durch Bleichen erhält man erheblich hellere Farbtöne.
   
Infos/Rezepte
Arbeitsblatt Das Herstellen von Schminkstiften 
Farbenprojekt Die Geschichte der Körperbemalung
   
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