Start  >>>  Lexika  >>>  Organische Chemie  >>>  Alkanale
 
Alkanale - Aldehyde
Die Bezeichnung Aldehyde (von Alcohol dehydrogenatus) wurde von Justus von Liebig im Jahre 1835 eingeführt. Die Aldehyde können durch den Entzug von zwei Wasserstoff-Atomen aus einem primären Alkohol hergestellt werden. Bei der Oxidation von Methylalkohol mit heißem Kupfer(II)-oxid wird das Kupfer(II)-oxid reduziert und es entsteht neben Kupfer auch Methanal und Wasser:  
   
   
 Oxidation von Methanol
 
Bild vergrößern!
Bild vergrößern (nur auf CD-ROM)
 
 
 Taucht man ein erhitztes und oxidiertes Kupfer-Drahtnetz in Methanol, 
entsteht als Oxidationsprodukt Methanal.    Film erhältlich auf >DVD
     
  
Die entstehende C=O-Doppelbindung nennt man Carbonyl-Gruppe. Sie kommt neben den Aldehyden auch in den Ketonen vor. Wenn mindestens ein H-Atom an die Carbonylgruppe gebunden ist, handelt es sich um ein Aldehyd. Die Aldehyd-Gruppe bezeichnet die funktionelle Gruppe der Aldehyde. Der Name wird aus dem Grundgerüst der vergleichbaren Alkane gebildet und erhält die Endung -al.  
   
  
Formaldehyd
Acetaldehyd
Propionaldehyd
Butyraldehyd
 
 
Methanal
Ethanal
Propanal
Butanal
Sdp. - 19°C
Sdp. + 21°C
Sdp. + 49°C
Sdp. + 75°C
   
   
Eigenschaften  
   
Die Aldehyd-Gruppe ist wie die Hydroxy-Gruppe (OH-Gruppe) der Alkohole polar, allerdings nicht ganz so stark. Daher sind die kurzkettigen Aldehyde ebenfalls wasserlöslich. Ihre Siedepunkte liegen aufgrund der Polarität höher als die der Alkane, aber etwas niedriger als die der entsprechenden Alkohole. Mit steigender Kettenlänge nimmt die Wasserlöslichkeit aufgrund der sinkenden Polarität ab. Die Siedetemperaturen steigen mit Zunahme der Kettenlänge aufgrund der steigenden Van-der-Waals-Kräfte.  
   
 
Polarität der Carbonyl-Gruppe
   
   
Die kurzkettigen Aldehyde sind wie die Alkohole leicht entzündbar. Als Vorprobe und zur Unterscheidung zu einem Keton im Labor wird die Probe mit Schiffs Reagenz durchgeführt, wobei eine rotviolette Färbzung entsteht. Die Aldehyde zeigen auch eine positive Fehling-Reaktion und eine positive Silberspiegelprobe.  
    
    
Bild vergrößern!
Bild vergrößern (nur auf CD-ROM)
Reaktion eines Aldehyds mit Schiffs Reagenz 
    
   
Die C=O-Doppelbindung ist nicht sehr stabil, daher zeigen die Aldehyde eine große Vielfalt an chemischen Reaktionen (siehe >Formaldehyd). Die Aldehyde können zu Carbonsäuren oxidiert werden (siehe Herstellung von >Essigsäure). Aldehyde wirken reduzierend, sie reduzieren eine ammoniakalische Silbernitratlösung, wobei sich ein Spiegel von elementarem Silber im Reagenzglas bildet. Die Carbonyl-Gruppe wird oxidiert, die Silber-Ionen werden reduziert:  
   
  
 Aldehydnachweis mit der Silberspiegelprobe
   
Bild vergrößern!
Bild vergrößern (nur auf CD-ROM)
 
R-COH  +  2 Ag+  +  2 OH   R-COOH  +  2 Ag  +  2 H2O 
 
 Aldehyde reduzieren eine ammoniakalische Silbernitratlösung zu Silber.
    
  
Verwendung 
  
Die kurzkettigen Aldehyde stellen in der organischen Chemie wichtige Zwischenprodukte zur Herstellung von Kunststoffen dar und dienen als Desinfektions- und Konservierungmittel. Die längerkettigen Aldehyde werden als Riechstoffe in der Parfümindustrie verwendet. Aromatische Aldehyde wie Benzaldehyd sind Rohstoffe zur Herstellung von Medikamenten, Parfümen und Farbstoffen. 
  
  
Arbeitsblatt: Oxidation von Methanol 
  
 
Copyright: T. Seilnacht