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Das Färben mit Beizenfarbstoffen
 
Farbstoffe sind wasserlöslich und lassen sich aus der Pflanze in einem Extraktionsmittel wie Wasser durch Auskochen lösen. Blauholz, Krapp oder Reseda gehören zur Familie der Beizenfarbstoffe. Damit der Farbstoff auf Wolle oder Seide haftet, muss das Textilmaterial vorher in einem Beizmittel kurz aufgekocht werden. Beizenfarbstoffe enthalten in ihrem Molekülaufbau meistens eine OH- oder COOH-Gruppe. Die Molekülgruppen bilden mit den Metall-Atomen der Beizmittel chemische Verbindungen, die mit den Eiweißverbindungen der Wolle oder der Seide reagieren und dadurch eine dauerhafte Färbung ergeben.
  
   
Anregungen
Die Geschichte der Farbstoffe Blauholz, Cochenille, Reseda oder Krapp mit ihren Färbeverfahren ist für die Schülerinnen und Schüler immer wieder faszinierend. Daraus ergibt sich die Motivation, mit einem dieser Farbstoffe selbst etwas zu färben.  Die vorgebeizten Stoffe sind enorm aufnahmefähig für Farbstoffe. Während des Färbens ist darauf zu achten, dass die gebeizten Stoffe nicht auf farbige Flächen (Stuhllehnen, Sitze) gelegt werden, da sie sonst den Farbstoff herausziehen. Am besten färbt man in der Schule Seidentücher. Die in Alaun gebeizten Tücher werden vor dem Färben mit Umschnürungen oder Knoten satt abgebunden. 
 
  
Abbindetechniken
  
  

 An den abgebundenen Stellen gelangt der Farbstoff beim Färben nicht hin.
 
  
An den abgebundenen Stellen färbt der Farbstoff nicht durch, so dass man auf diese Weise Linien, Kreise, Sonnen und Batikmuster aller Art auf das Tuch zaubern kann. Durch mehrfaches Falten und nachträgliches Abbinden können die Muster vervielfältigt werden. Je länger das abgebundene Seidentuch im Farbstoffbad liegen bleibt, umso intensiver ist die Farbe und umso mehr färbt der Farbstoff bei den abgebundenen Stellen durch. Früher verwendeten die Färber einen kleinen Trick: Sie gaben beim Färben etwas Kalk (Calciumcarbonat) hinzu. Der hierbei entstehende Farblack ist farbintensiver und lichtbeständiger. Gibt man beim Färben mit Reseda einen Teelöffel Calciumcarbonat in das Färbebad, dann erhält man ein leuchtendes Gelb auf der Seide.
   
  
Gefärbte Seidentücher mit Batikmuster



 Die Farbintensität kann durch die Färbedauer und die Konzentration variiert werden.
 
  
Arbeitsaufgaben
  • Unterscheide in deinem Ordner die Begriffe "Farbstoff" und "Pigment". 
  • Erläutere den Vorgang des Beizens. 
  • Informiere dich über zwei ausgesuchte Beizenfarbstoffe und lege ein kleines Lexikon im Ordner an! 
   
Weitere Infos
Portraits der Farbstoffe Blauholz, Cochenille, Reseda und Krapp
Küpenfarbstoffe im Farbenprojekt
Arbeitsanleitung zum Färben mit Beizenfarbstoffen
 
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