Astat Xenon  Ununoctium Francium  
Radon                                              86Rn
engl. radon, nach Radium und der Endung für Edelgase "on"
 
   

Halbwertszeit für Rn-222 *):  3,823 Tage    

Radon ist ein farb-, geruchloses und radioaktives Gas.
Das schwerste 
aller Gase leuchtet im Dunkeln.
Rel. Atommasse *) 
Ordnungszahl 
Schmelzpunkt 
Siedepunkt  
Oxidationszahlen  
Dichte 
Elektronegativität  
Elektronenkonfig.  
natürl. Häufigkeit      
    
*) langlebigstes 
Isotop
222,0176 
86 
-71 °C 
-61,7 °C 
2 
9,73 g/l 
-- 
[Xe]4f145d106s26p6 
Rn-219  Spuren 
Rn-220  Spuren 
Rn-222  Spuren 
 
 

     

  
Eigenschaften     
Radon ist ein farbloses, geruchloses und radioaktives Gas. Es besitzt eine sehr hohe Dichte. Es ist das schwerste aller Gase und ist etwa siebenmal so schwer wie Luft. Das Edelgas leuchtet im Dunkeln.  
   
 
Radon in einer Nebelkammer


 
In der Nebelkammer befindet sich ein Dampf von einem alkoholischen Lösungsmittel. Beim radioaktiven Zerfall von Radon hinterlassen die radioaktiven Teilchen eine Spur von kleinen Wassertröpfchen. Dabei bildet sich ein Kondensstreifen aus.
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Ein Liter Wasser löst bei 20°C etwa 230 Milliliter Radongas. Wie alle anderen Edelgase ist Radon relativ reaktionsträge. Unter bestimmten Bedinungen reagiert es wie Krypton und Xenon mit Fluor und bildet Fluoride.   Fast alle Steine und Baumaterialien enthalten Spuren von radioaktivem Uran oder Thorium. Bei deren radioaktiven Zerfall entstehen die drei Radon-Isotope, die sich daher fast immer in der Umgebung befinden. Aus diesem Grunde erhöht sich die Konzentration von Radon in schlecht durchlüftenden Wohnräumen, Kellern oder Bergwerken erheblich. 
  
Toxikologie - Physiologie 
In Stockholm wurde im Jahr 1994 ein Studie aufgrund von Daten, die bis in das Jahr 1947 zurückgingen, veröffentlicht. Diese belegte, dass der Aufenthalt in radonhaltiger Luft zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit führt, an Lungenkrebs zu erkranken. [Lit 29] In Deutschland werden etwa sieben Prozent aller Lungenkrebserkrankungen auf das Radon oder auf die in der Lunge entstehenden Zerfallsprodukte wie Polonium zurückgeführt. [Lit 28] Raucher sind ebenfalls gefährdet, da die Tabakpflanze Radon und andere radioaktive Stoffe anreichert. Der Radongehalt in Wohnungen variiert erheblich. Vor allem in Kellern, Erdgeschossen oder bei der Verwendung bestimmter Baustoffe wie Böden aus Granit oder aus vulkanischen Gesteinen erhöht sich die Radonkonzentration. Als Gegenmaßnahme wird empfohlen, den Wohnraum häufig zu lüften, bestimmte Steinplatten in Wohnräumen nicht zu verwenden und darauf zu achten, dass Kellerböden einen dichten Estrich erhalten. Beim Hausbau sollte ein dickes Beton-Plattenfundament angelegt werden. Das Wohnen im Souterrain oder in Gegenden von ehemaligem Uranabbau ist mit einem Risiko verbunden.  


Spuren von Radon in Heilwässern sollen sich dagegen positiv bei rheumatischen Krankheiten auswirken. Das Inhalieren von radonhaltiger Luft in Heilbädern wirkt günstig auf das Immunsystem. Hier ist zu bemerken, dass es ein Unterschied ist, ob man dieses Gas nur für kurze Zeit einatmet oder ihm dauerhaft ausgesetzt ist, beispielsweise während dem Schlafen.
 
Vorkommen   
Häufigkeit   sehr selten

Radon ist eines der seltensten Elemente auf der Erde.
Spuren des Elements finden sich in fast allen radioaktiven Mineralien oder deren Umgebung. Deutliche Radonkonzentrationen lassen sich in Bergwerken, Höhlen und in radioaktiven Gewässern nachweisen. So enthalten die Heilwässer der Heilquellen so auch in Bad Gastein, Karlsbad oder Ischia/Italien höhere Radonkonzentrationen. Auch in der Umgebung von Vulkanausbrüchen steigt die Radonkonzentration deutlich an.
  
Geschichtliches
Die Eheleute Marie und Pierre Curie beobachteten kurz nach der Entdeckung des Radiums in dessen Umgebung das Aussenden einer intensiven a-Strahlung. Kurz darauf, im Jahre 1900, vermutete Ernst Dorn (1848-1916) in Halle, das Radon-Isotop Rn-222 als Verursacher. Gleichzeitig beobachteten Sir Ernest Rutherford und Frederick Soddy in London einen ähnlichen Effekt beim Thorium (Rn-220). Friedrich Oskar Giesel in Braunschweig und A.L. Debierne in Paris nahmen den Effekt beim Actinium wahr (Rn-219). Im Jahre 1910 war es wieder einmal Sir William Ramsey (1852-1916), der das neue Edelgas durch sein Spektrum ermittelte. Er schlug zunächst den Namen "Niton" vor. Der endgültige Name wurde erst im Jahre 1934 in Anlehnung an das Element Radium vergeben.  
   
 
Sir William Ramsey (1852-1916) 

Ramsey
 
Ramsey war an der Entdeckung aller Edelgase beteiligt.
 
  
Herstellung  
Eine Radiumsalzlösung wird für mehrere Wochen in einem verschlossenen Gefäß stehen gelassen. Das durch radioaktiven Zerfall gebildete Radon wird abgesaugt und gesammelt.
  
Verwendung
In der Technik besitzt das radioaktive Edelgas nur eine geringe Bedeutung. Unterirdische Gasleitungen können mit Radon auf undichte Stellen überprüft werden. Im Gemisch mit Beryllium erhält man eine gute Neutronenquelle. Große Bedeutung besaß das Radon früher in der Medizin, wo es zur Bestrahlung von Krebszellen eingesetzt wurde. Radonhaltige Heilwässer dienten auch als Heilmittel für rheumatische Erkrankungen.
 
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