Zinn Arsen  Bismut Tellur  
 Antimon                                           51Sb
 engl. antimony; arab. Anthos Ammonos ("Blüte des Gottes Ammon")
 
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Relat. Atommasse   
Ordnungszahl    
Schmelzpunkt    
Siedepunkt    
Oxidationszahlen     
Dichte    
Härte (Mohs)     
Elektronegativität    
Elektronenkonfig.   
Natürl. Häufigkeit  
 
121,760    
51    
630,5 °C    
1587 °C    
5, 3, -3    
6,684 g/cm³   
3 - 3,5     
2,05 (Pauling)    
[Kr]4d105s25p3   
Sb-121: 57,2%   
Sb-123: 42,8% 
 

     

Film

24 sek
Kristallines, metallisches Antimon wird mit einer Brennerflamme erhitzt. Es entsteht ein weißer Rauch von Antimon(III)-oxid.
    
GHS-Piktogramm 
Achtung
Gefahren (H-Sätze) 
  
H 335 

 
 
CAS-Nummer  
  
7440-36-0  

 
 
 
 
Physikalisch-chemische Eigenschaften
Das silbrig glänzende, graue Antimon ist die metallische Modifikation des Elements. Es lässt sich aufgrund der geringen Härte und seiner Sprödigkeit leicht pulverisieren. Das Metall ist kein besonders guter Leiter für Wärme und Strom. Wie bei Wasser, Bismut, Gallium und Germanium tritt beim Erstarren von der flüssigen zur festen Zustandform eine Ausdehnung auf.   
  
  
  Barren aus metallischem Antimon

Antimonbarren
 
 Bei diesem Antimonbarren ist die metallische Kristallstruktur sichtbar.
   

Das amorphe, schwarze Antimon erhält man, wenn man Antimondämpfe an kalten Flächen abschreckt. Diese Modifikation ist sehr reaktionsfähig. Beim erneuten Erhitzen erhält man wieder das metallische, graue Antimon. Auf elektrolytischem Weg ist das amorphe, glasartige Antimon zugänglich. Diese Modifikation ist sehr instabil und explodiert bereits durch Ritzen oder durch schnelles Erhitzen. Unter Aufglühen entsteht auch hier wieder graues Antimon. Graues Antimon ist an der Luft und im Wasser beständig. Beim Erhitzen von metallischem Antimonpulver mit Sauerstoff verbrennt dieses mit weißlich-blauer Flamme zu Antimon(III)-oxid:   
   
4 Sb  +  3 O2 reagiert zu  2 Sb2O3       ΔHR = -1442 kJ/mol  
   
Mit den Halogenen reagiert es zu den entsprechenden Halogeniden. Fein verteiltes Antimonpulver reagiert mit Chlor unter Aufglühen zu Antimon(V)-chlorid:   
   
2 Sb  +  5 Cl2 reagiert zu  2 SbCl5       ΔHR = -878 kJ/mol    
   
Mit Salzsäure reagiert Antimon nicht. Mit Salpetersäure erfolgt eine Oxidation zu Antimoniger Säure oder Antimonsäure.   
   
Toxikologie 
Antimonstäube reizen die Schleimhäute und die Augen, elementares Antimon ist aber nicht besonders toxisch. Das toxische Potenzial der Verbindungen ist erheblich höher. Die Antimonchloride verursachen Verätzungen der Haut und Augenschäden, Antimon(III)-oxid erzeugt vermutlich Krebs, einige Antimonverbindungen gelten als umweltgefährlich. Antimonwasserstoff oder Monostiban SbH3 ist ein widerwärtig riechendes und extrem toxisches Gas, das in seinen Eigenschaften dem Arsenwasserstoff ähnelt.
  
Vorkommen 
Häufigkeit   selten

Antimon ist auf der Erde ein seltenes Element, es ist aber etwa fünfmal so häufig wie Silber. In elementarer Form tritt es als Gediegen Antimon auf.
 
  
 
 Gediegen Antimon aus Seinajöki, Finnland

Antimon gediegen
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 Antimon kommt in der Natur in elementarer Form vor.
 
  
Viel häufiger treten jedoch Antimonminerale auf, von denen mehr als 100 bekannt sind. Das wichtigste Antimonerz ist der Antimonit. Auch der Tetraedrit und der Pyrargyrit gehören zu den Antimon-Mineralien. Die größten abbaufähigen Hauptvorkommen des Antimonits liegen vor allem in China, aber auch in Südafrika und Russland kommen Antimonerze reichlich vor.   
   
  
 Antimonit aus Peru

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 Der Antimonit bildet spießartige Kristalle.
 
 
Geschichte 
Antimon gehört zu den zehn Elementen, die bereits im Altertum bekannt waren. Schon in der Antike wurden Antimonpräparate medizinisch verwendet. Pulverisiertes Antimon(III)-sulfid diente aufgrund seiner bakterientötenden Wirkung zur Herstellung von Augencremes und zur Behandlung von Wunden und Geschwüren. Im alten Ägypten wurde es auch zur Herstellung von schwarzer Augenschminke verwendet. Im 16. Jahrhundert führte Paracelsus die innere Anwendung von den Antimonverbindungen ein. In stark verdünnter Form sollten sie abführend, schweißtreibend oder als Brechmittel wirken. Diese Anwendung war bei den Ärzten aufgrund der Giftigkeit der Verbindungen jedoch umstritten.  
   
Bei den Alchemisten kam dem Antimon eine besondere Bedeutung zu. Sie nahmen eine Verwandtschaft zum Blei an und verwendeten es zur Scheidung von Gold und Silber. Bei der Zugabe von Antimonsulfid zu einer Gold-Silberlegierung scheidet sich am Boden eine Gold-Antimon-Legierung ab. Beim Erhitzen dieser Legierung verbrennt das Antimon zu Antimon(III)-oxid, so dass reines Gold zurückbleibt. Daher besaß das Antimon in der Alchemie auch Bezeichnungen wie lupus metallorum (Wolf der Metalle), balneum regis (Königsbad) oder ludex ultimus (letzter Richter). Dem Antimon war in der Alchemie das Erdsymbol zugeordnet (erstes Symbol von links): 

   
 
Der Name des lateinischen Wortes stibium für Antimon leitet sich von altägyptischen Wörtern für schwarze Schminke ab. Der Name Antimon geht auf eine frühere Bezeichnung des Minerals Antimonit zurück. Das chemische Symbol Sb (lat. stibium) vergab J.J. Berzelius im Jahre 1814. 
  
Herstellung
Der Antimonit wird zunächst auf etwa 550°C erhitzt, so dass das niedrig schmelzende Antimon(III)-sulfid in reiner Form herausfließt. Dieses bis zu 98 Prozent reine Antimonsulfid kommt als Antimonium crudum in den Handel. Zur Metallgewinnung sind drei Verfahren von Bedeutung:  
  
1.) Röstreduktionsverfahren: Durch das Rösten mit Sauerstoff entsteht Diantimontetraoxid, das mit Koks oder Holzkohle reduziert wird.  
  
Sb2S3  +  5 O2 reagiert zu  Sb2O4  +  3 SO2     ΔHR = -2870kJ 
Sb2O4  +  4 C reagiert zu  2 Sb  +  4 CO   
  
2.) Röstreaktionsverfahren: Das Antimonsulfid wird nur teilweise geröstet und das gebildete Diantimontetraoxid mit übrig bleibendem Antimonsulfid reduziert:  
  
Sb2S3  +  5 O2 reagiert zu  Sb2O4  +  3 SO2   
3 Sb2O4  +  2 Sb2S3 reagiert zu  10 Sb  + 6 SO2   
  
3.) Niederschlagsverfahren: Durch eine Redoxreaktion mit Eisen in einem Tiegel erhält man ebenfalls metallisches Antimon:  
  
Sb2S3  +  3 Fe reagiert zu  2 Sb  +  3 FeS   
  
Die Reinigung des Antimons erfolgt durch die Zugabe von Soda und durch nachfolgendes Schmelzen in einem Ofen. Sehr reines Antimon erhält man durch elektrolytische Raffination oder durch die Reduktion von Antimon(III)-chlorid mit Wasserstoff 
  
Verwendung 
Aufgrund seiner Sprödigkeit besitzt das Element nur eine geringe technische Bedeutung. Es lässt sich weder walzen noch ziehen oder prägen. Antimon dient hauptsächlich als Legierungsbestandteil zur Härtung anderer weicher Metalle wie Blei, Kupfer, Zinn oder Zink. Früher bestanden die Drucklettern für den Zeitungsdruck aus einer Antimon-Blei-Legierung. Heute enthält der Bleischrot für Flinten noch Antimon und Arsen als Legierungsbestandteil. Sehr reines Antimon wird auch in Halbleitern verwendet. Antimonverbindungen wie Antimonweiß Sb2O3 wurden früher als Pigmente eingesetzt. Da sie im Verdacht stehen Krebs zu erzeugen, werden sie heute nicht mehr eingesetzt. In der Medizin verabreicht man organische Antimonpräparate zur Chemotherapie bei tropischen Erkrankungen durch Einzeller, so auch bei der gefürchteten Schlafkrankheit.  
   
 
 Drucklettern


 
 Früher bestanden die Drucklettern aus einer Antimon-Blei-Legierung.
 
 
Antimonverbindungen im Steckbrief
 
 Antimon(III)-oxid   Antimon(III)-sulfid  
   
 
Copyright: Thomas Seilnacht
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