Rhodium Nickel  Platin Silber  
 Palladium                                       46Pd
 engl. palladium; nach der griech. Göttin "Pallas Athene"
 
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Relat. Atommasse   
Ordnungszahl    
Schmelzpunkt    
Siedepunkt    
Oxidationszahlen     
Dichte    
Härte (Mohs)     
Elektronegativität    
Elektronenkonfig.   
Natürl. Häufigkeit  
  
  
  
  
 
106,42   
46     
1555 °C     
2963 °C     
4, 3, 2, 0   
12,02 g/cm³    
   
2,20 (Pauling)       
[Kr]4d10    
Pd-102: 1,02%   
Pd-104: 11,14%   
Pd-105: 22,33%   
Pd-106: 27,33%   
Pd-108: 26,46%   
Pd-110: 11,72% 
 

     

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55 sek
Kann eine Schmelzperle aus Palladium der heißen Salpetersäure widerstehen?
    
  GHS-Piktogramme  
  Gefahr
Gefahren (H-Sätze)  
H 228, 315, 319, 335 

Diese Kennzeichnung gilt für Pulver. 
Das kompakte Metall ist nicht 
kennzeichnungspflichtig.
CAS-Nummer 
  
7440-05-3 

   
 
 
 
Physikalisch-chemische Eigenschaften
Reines Palladium ist ein silbrig glänzendes Metall, das an der Luft durch eine langsame Reaktion mit dem Luftsauerstoff gelblich anlaufen kann. Es ist härter als Platin, es lässt sich aber gut schmieden und wie Gold zu dünnen Folien auswalzen. Ein Kubikzentimeter Palladiumschwamm kann bei Raumtemperatur fast einen Liter Wasserstoff aufnehmen. Ein Kubikzentimeter fein verteiltes, schwarzes Palladiumpulver in wässriger Suspension absorbiert sogar bis zu zwölf Liter Wasserstoff. Die dabei entstehenden Metallhydride eignen sich zur Herstellung von Wasserstoffspeichern für Wasserstoffautos. Beim Erwärmen entweicht der Wasserstoff, er liegt dann in einer besonders reaktiven Form vor. Erhitzte Palladiumbleche sind für Wasserstoff durchlässig und dienen zur Reinigung von Wasserstoff.  
   
 
 Palladium im Vergleich zu Osmium und Platin

Osmium, Palladium und Platin
 
 Das Palladium erscheint im Vergleich zum Platin deutlicher gelber.
 
 
Von allen Platinmetallen ist Palladium das unedelste und reaktionsfähigste Metall. Salzsäure und Schwefelsäure greifen das Metall nicht an, wohl aber heiße, konzentrierte Salpetersäure. Dabei bildet sich gelbbraunes Palladiumnitrat. Beim Erhitzen an der Luft oder mit Sauerstoff entsteht schwarzes Palladium(II)-oxid:  
  
2 Pd  +  O2 reagiert zu   2 PdO        ΔHR = -171 kJ/mol 
  
Diese Reaktion kann auch schon langsam an der Luft stattfinden. Mit Chlor reagiert Palladium erst bei 500°C zu Palladium(II)-chlorid:  
  
Pd  +  Cl2 reagiert zu  PdCl2        ΔHR = -172 kJ/mol 
  
Eine entsprechende Reaktion findet auch mit Schwefel, Phosphor, Selen, Arsen und anderen Nichtmetallen unter Bildung der entsprechenden Salze statt. Legiert man Palladium mit Silber, wird das Anlaufen des Silbers durch sulfidhaltige Luft verhindert. 
 
 
 Gezüchtete Palladiumkristalle


 
 Kristallaggregate aus Palladium sind sehr schwer herzustellen und bei Sammlern begehrt.
 
   
Toxikologie 
Palladiummetall kann bei Personen, die eine Nickelallergie haben, ähnliche Symptome auslösen. Allergische Reaktionen wie Zahnfleischentzündungen treten vereinzelt nach Zahnsanierungen mit Palladium-Dentallegierungen auf. Feinste Palladiumstäube werden auch aus dem Autokatalysator in die Umwelt freigesetzt. Für diese Stäube wird ein ähnlich toxisches Potenzial vermutet wie für feinverteiltes Platin.
  
Vorkommen 
Häufigkeit   sehr selten

Palladium kommt in der Erdhülle etwas häufiger als Gold und Platin vor, es ist aber etwa zehnmal seltener als Silber. Das Element tritt in der Natur fast immer zusammen mit Platin auf, allerdings nur in geringen Mengen. Gelegentlich kommt Palladium auch in gediegener Form zusammen mit den Platinerzen vor.
  
 
  
 Platinwürfel aus Konder, Sibirien

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 Natürliches Platin enthält immer auch die anderen Platinmetalle.
 
 
Geschichte 
Im Jahre 1803 entdeckte der englische Arzt und Chemiker William Hyde Wollaston (1766-1828) das Element in einer Lösung, in der er zuvor Platin mit Königswasser aufgelöst hatte. Nach Abtrennung des Platinanteils als Ammonium-Hexachloroplatinat(IV) gelang ihm aus dem Rest der Lösung die Herstellung des reinen Metalls. Er benannte das neue Element nach dem kurz zuvor entdeckten Planetoiden Pallas, der nach der griechischen Göttin Pallas Athene benannt worden war.
 
 
 Der Entdecker des Palladiums

Wollaston
 
William Hyde Wollaston (1766-1828)
 
  
Herstellung     
Palladium fällt zusammen mit den anderen Platinmetallen bei der klassischen Platinherstellung an. Nach der Behandlung des Rohplatins mit Königswasser gehen Gold, Platin und Palladium in Lösung, während die anderen Platinmetalle im unlöslichen Rückstand verbleiben. Durch Ammoniumchloridzugabe fällt der Platinanteil als Ammonium-Hexachloroplatinat(IV) aus. Die übrig bleibende Hexachloropalladium(II)-säure wird mit Ammoniumhydroxid versetzt, dann mit Salzsäure als Amminkomplex gefällt und schließlich durch Glühen in Wasserstoff zu reinem Palladium umgesetzt.

Am effizientesten ist heute aber das Verfahren mit Hilfe der Solvent-Extraktion. Erhebliche Mengen Palladium fallen auch bei der Kupfer-Raffination im Anodenschlamm an.
  
  
Verwendung 
Palladium ist in fein verteilter Form, aufgeschichtet auf Aktivkohle, Kieselsäure oder einem anderen Trägermaterial, ein wichtiger Katalysator für chemische Reaktionen, so auch auch beim Autokatalysator. Weißgold ist eine Gold-Palladium-Legierung mit einem Goldanteil von 60 bis 80 Prozent. Die Legierung wird gerne in Ringen und Schmuckstücken verwendet. Palladium wird auch in Brennstoffzellen als Elektrodenmaterial verwendet und dient im Wasserstoffauto als Speichermaterial für Wasserstoff.  
 
 
Ring aus Weißgold

Ring aus Weißgold
 
 Weißgold ist eine Gold-Palladium-Legierung.
 
 
Copyright: Thomas Seilnacht
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