Krypton Kalium  Caesium Strontium  
 Rubidium                                         37Rb
 engl. rubidium; lat.: rubidus ("dunkelrot")
 

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Relat. Atommasse  
Ordnungszahl   
Schmelzpunkt   
Siedepunkt     
Oxidationszahlen      
Dichte     
Härte (Mohs)   
Elektronegativität    
Elektronenkonfig.   
Natürl. Häufigkeit    
  
 
85,4678    
37     
39,30 °C    
688 °C    
   
1,532 g/cm³   
0,3    
0,82 (Pauling)     
[Kr]5s1   
Rb-85: 72,17%  
Rb-87: 27,83% 
 
 

     

Film

19 sek
Lässt sich Rubidium in einer Ampulle alleine durch die Handwärme schmelzen?
    
  GHS-Piktogramme  
  Gefahr
Gefahren (H-Sätze) 
H 260, 314, EUH 014 
  

Rubidium sollte an Schulen 
nicht aufbewahrt werden.
CAS-Nummer 
7440-17-7 
 
 

 
 
 
Physikalisch-chemische Eigenschaften
Das wachsweiche Rubidium ähnelt sehr dem Kalium, ist aber noch weicher und noch reaktionsfähiger als dieses. Geschmolzenes Rubidium ist sehr aggressiv und greift sogar Glas und Porzellan an. Die frischen Schnittflächen glänzen silbrig, überziehen sich aber sofort mit einer mattgrauen Oxidschicht. Rubidium ist eines der unedelsten Metalle und daher ein sehr starkes Reduktionsmittel. Es reagiert mit allen Nichtmetallen, mit reinem Sauerstoff oder an feuchter Luft erfolgt sofortige Zündung. Dabei verbrennt es mit rosa-violetter Flammenfarbe.  
  
 
Zerschlagen einer Rubidiumampulle

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Beim Zerschlagen einer Ampulle mit 1g Rubidium verbrennt das Alkalimetall, wenn die Unterlage feucht ist oder Wasser darauf gespritzt wird.
Dieser Versuch ist für die Schule nicht geeignet. Film erhältlich auf >DVD  

 
Mit Wasser reagiert Rubibium explosionsartig unter Wasserstoffbildung zu Rubidiumhydroxid. Das gebildete Rubidiumhydroxid ist eine sehr starke Base.
 
2 Rb  +  2 H2reagiert zu  2 RbOH  +  H2   
    
 
Unterscheidung von Salzen mit der Flammenfarbe

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Befeuchtet man ein Magnesiastäbchen mit verdünnter Salzsäure und benetzt man dieses mit Salz, zeigt sich bei den Alkalimetallsalzen eine typische Flammenfarbe, wenn man das Stäbchen in die rauschende Brennerflamme hält.
 
  
Physiologie 
Rubidium-Ionen kommen im Menschen in sehr geringen Mengen vor. Die Funktion als Spurenelement ist nicht eindeutig geklärt, man nimmt aber an, dass es im zentralen Nervensystem wirkt und bei der Übertragung von Nervenimpulsen von Bedeutung ist.
  
Vorkommen 
Häufigkeit   weniger häufig

Rubidium kommt in der Natur nicht elementar vor. Der in Manitoba/Kanada vorkommende Lepidolith ist vulkanischen Ursprungs und enthält einen Rubidiumoxidanteil von bis zu 3,5 Prozent. Spuren von Rubidiumverbindungen finden sich auch im Meerwasser und in Mineralwässern.
  
 
 
 Roter Lepidolithglimmer aus China

Lepidolith
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 Lepidolith ist ein wichtiges Erz zur Herstellung von Lithium, Rubidium und Caesium.
 
  
Geschichte 
Das Element wurde zusammen mit Caesium im Jahre 1861 von dem deutschen Chemiker Robert Wilhelm Bunsen (1811-1899) und dem deutschen Physiker Gustav Robert Kirchhoff (1824-1887) in dem Mineral Lepidolith entdeckt. Sie fanden es bei spektralanalytischen Untersuchungen. Die Herstellung von neun Gramm Rubidiumchlorid gelang ihnen durch die Aufarbeitung von 44200 Liter Mineralwasser aus Bad Dürkheim. Als zweites Produkt erhielten sie 7,5 Gramm Caesiumchlorid. Aufgrund der typischen dunkelroten Farbe der Spektrallinien erhielt das Element seinen Namen in Anlehnung an das lateinische Wort rubidus ("dunkelrot"). Reines Rubidium konnte Bunsen dann zwei Jahre später durch eine Schmelzflusselektrolyse von Rubidiumchlorid herstellen.  
 
 
Die Entdecker des Rubidiums

Bunsen      Kirchhoff
 
 Robert Wilhelm Bunsen (links) und Gustav Robert Kirchhoff (rechts)

  
Herstellung     
Die Gewinnung erfolgt zusammen mit Caesium. Bei der Verarbeitung des Minerals Lepidolith erhält man ein Gemisch aus Kaliumcarbonat, Rubidiumcarbonat und Caesiumcarbonat. Die Trennung der Salze erfolgt durch eine fraktionierte Kristallisation. Dabei benutzt man die unterschiedliche Wasserlöslichkeit der Salze. Beim Verdunsten der Lösung kristallisieren die Salze mit der schlechtesten Löslichkeit zuerst aus. Durch eine nachfolgende Reduktion mit Calcium oder mit Magnesium im Wasserstoffstrom erhält man das reine Metall.
  
Verwendung 
Rubidium findet in der Technik nur eine geringe Anwendung, da seine Herstellung sehr teuer ist. Geringe Mengen dienen zur Herstellung von Photozellen, Vakuumröhren und Hochleistungslampen. Der größte Anteil des metallischen Rubidiums wird zu Forschungszwecken verwendet. Rubidiumsalze wie Rubidiumchlorid oder Rubidiumbromid werden in der Medizin als Schmerz- oder Beruhigungsmittel eingesetzt.
 
Experimente - Medien  
Demonstrationen mit Alkalimetallen 
Digitale Folien zu den Alkalimetallen
 
 
Rubidiumverbindungen im Steckbrief
 
Rubidiumchlorid      
 
Copyright: Thomas Seilnacht
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