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  Antimon(III)-sulfid   Sb2S3 
Flasche  
 
 

Dunkelgraues bis schwarzes
kristallines Pulver oder
orangerotes, amorphes Pulver
  
    
Vorkommen   
Mineral Stibnit
Molmasse  339,715 g/mol   
  
  


AGW  keine Angaben 
Dichte  4,562 g/cm3   
Schmelzpunkt  +550 °C 
Wasserlöslichkeit   
unlöslich  
Piktogramme  
GHS 07  
GHS 09  
Achtung
Gefahrenklassen + Kategorie  
Akute Toxizität oral 4
Akute Toxizität inhalativ 4  
Gewässergefährdend chronisch 2
HP-Sätze (siehe Hinweis)   
H 302, 332, 411   
P 261, 273, 280.2+3,7, 301+312 , 304+340  
Entsorgung  G 4   
Etikett drucken Deutscher Name Englischer Name
CAS 1345-04-6 Antimon(III)-sulfid Antimony(III) sulfide
   
  
Wirkung für den menschlichen Körper

Beim wiederholten Einatmen von Stäuben können chronische Krankheiten an der Lunge oder im Herz-Kreislaufsystem entstehen. Ergebnisse aus Tierversuchen mit Antimon(III)-sulfid legen den Verdacht nahe, dass Antimon(III)-sulfid auch für den Menschen krebserzeugend sein könnte.

Eigenschaften


Antimon(III)-sulfid kommt in zwei Modifikationen vor: Die orangerote, amorphe Form ist nicht stabil. Beim Erhitzen unter Sauerstoffabschluss erhält man daraus die dunkelgraue, kristalline Form. Beim kräftigen Erhitzen an der Luft oder im Sauerstoffstrom oxidiert Antimon(III)-sulfid zu Antimon(III)-oxid und Schwefeldioxid. In siedendem Wasser oder mit Wasserdampf zersetzt es sich langsam zu Antimon(III)-oxid und Schwefelwasserstoff. Mit Oxidationsmitteln wie Kaliumchlorat oder Silberoxid können explosive Reaktionen auftreten.


Antimon(III)-sulfid
   
  
Herstellung 
  
Bei der Abtrennung aus dem Mineral Stibnit vom Ganggestein erhält man nur ein unreines Produkt. Der Stibnit wird zunächst auf etwa 550°C erhitzt, so dass das niedrig schmelzende Antimonsulfid in reiner Form herausfließt. Dieses bis zu 98 Prozent reine Antimonsulfid kommt als dunkelgraues Antimonium crudum in den Handel. Die orangerote Modifikation erhält man beim Einleiten von Schwefelwasserstoff in eine saure, wässrige Antimon(III)-chloridlösung. Durch das Zusammenschmelzen der Elemente Antimon und Schwefel entsteht ebenfalls Antimon(III)-sulfid.
   
  
Verwendung 
  
Antimon(III)-sulfid ist zusammen mit Kaliumchlorat in den Zündholzköpfen enthalten. Beim Reiben an der Reibfläche, die aus rotem Phosphor besteht, gibt es eine kleine Stichflamme, die das Streichholz entzündet. Antimon(III)-sulfid findet man auch als Zusatz im Feuerwerk. Als lichtsensibler Halbleiter wird es in optoelektronischen Geräten eingesetzt. In einer Redoxreaktion kann man aus Antimon(III)-sulfid mit Eisen in einem Tiegel auch Antimon herstellen:

Sb2S3  +  3 Fe reagiert zu   2 Sb  +  3 FeS   

Antimonschwarz war ein historisches Pigment, das aus dem Mineral Stibnit gewonnen wurde: Bereits die Frauen bei den Ägyptern
benutzten es zur Herstellung von schwarzer Augenschminke. Aufgrund seiner bakterientötenden Wirkung diente es im Altertum in Cremes zur Behandlung von Wunden und Geschwüren. Paracelsus setzte es später dann sogar zur inneren Behandlung ein. Aufgrund seiner Toxizität wird es heute nicht mehr für medizinische oder kosmetische Zwecke verwendet. 
    
  
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