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  di-Phosphorpentoxid   P4O10
Flasche
   
 
  





Weißes, stark hygroskopisches kristallines Pulver 
Molmasse  283,92 g/mol   
 


AGW   2 mg/m3 (TRGS 900)
Sublimationspunkt   +362 °C  
Schmelzpunkt (unter Druck)
 
+562 °C  
Dichte  2,5 g/cm3   
Wasserlöslichkeit 
reagiert heftig mit Wasser
Piktogramm   
 
GHS 05  
Gefahr
Gefahrenklassen + Kategorie  

Atz-/Reizwirkung auf die Haut 1A

HP-Sätze (siehe Hinweis)      
314   260, 280.1-4+7, 303+361+353, 301+330+331, 305+351+338
Entsorgung  siehe Hinweis
Etikett drucken Deutscher Name Englischer Name
CAS 1314-56-3
di-Phosphorpentoxid, Phosphor(V)-oxid
Phosphorus(V) oxide


Bemerkungen für Schulen: Phosphorpentoxid muss unter allen Umständen trocken und in reiner Form aufbewahrt werden. Mit Wasser findet eine heftige Reaktion unter starker Erwärmung statt. Der Stoff wirkt stark ätzend auf Haut und Augen. Es müssen Schutzbrille und Schutzhandschuhe aus Nitrilkautschuk getragen werden, eventuell ist auch ein Gesichtsschutz notwendig. Das Arbeiten im Abzug ist notwendig, da die Stäube sehr aggressiv auf die Schleimhäute und die Atemwege wirken.


Eigenschaften 
 
 

di-Phosphorpentoxid ist ein weißes, kristallines Pulver, das bei Luftkontakt sofort Feuchtigkeit anzieht und zusammenklebt. Es reagiert mit Wasser heftig unter starker Erwärmung. Dabei bildet sich zunächst Metaphosphorsäure:

P4O10  +  H2O
reagiert zu   H4P4O12
 
Durch Wasserzugabe entsteht in mehreren Reaktionsschritten ortho-Phosphorsäure. Phosphorpentoxid kann mit Alkalimetallen oder mit Wasserstoffperoxid explosionsartig reagieren. Mit vielen anderen Stoffen gibt es heftige Reaktionen, mit brennbaren Stoffen ist sogar eine Entzündung möglich, beispielsweise mit Alkoholen, Iod und Metallen.


Phosphorpentoxid


Herstellung

Phosphor(V)-oxid wird durch das Verbrennen von weißem Phosphor im Luftstrom hergestellt. Hält man weißen Phosphor an die Luft, beginnt er zu rauchen, es bildet sich dabei schon Phosphor(V)-oxid. Auch beim Verbrennen von rotem Phosphor erhält man Phosphor(V)-oxid:

P4  +  5 O2 reagiert zu   P4O10


Phosphorpentoxid

Weißer Phosphor beginnt an der Luft zu rauchen (links),
auch beim Verbrennen des roten Phosphors entsteht ein weißer Rauch (rechts)



Verwendung

Phosphorpentoxid ist aufgrund seines hohen Reaktionsvermögens mit Wasser ein extrem wirksames Trocknungsmittel im chemischen Labor. In einem Exsikkator wird die gesamte Luftfeuchtigkeit durch das Trocknungsmittel beseitigt, so dass man eine wasserfreie Atmosphäre erhält.


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