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  Luminol   C8H7N3O2
 Flasche     Strukturformel

Hellgelbes, kristallines Pulver
Molmasse  177,161 g/mol






AGW  keine Angaben
Dichte  keine Angaben
Schmelzpunkt  +330,5 °C 
Wasserlöslichkeit 
unlöslich
Piktogramme 
  
GHS 07 
Achtung

Gefahrenklassen + Kategorie 
Akute Toxizität oral 4
Ätz-/Reizwirkung auf die Haut 2

Augenreizung 2
Spez. Zielorgantoxizität e. (Atemwege) 3

HP-Sätze (siehe auch Hinweis)  
H 302, 315, 319, 335   P 261, 280.1-3, 302+352, 304+340, 305+351+338

Entsorgung  G 3
Etikett drucken Deutsche Bezeichnung
Synonym (deutsch)
Engl. Bezeichnung
Synonym (engl.)
CAS
521-31-3
Luminol
5-Amino-2,3-dihydro-1,4-phthalazindion
3-Aminophthalhydrazid
Luminol
5-Amino-2,3-dihydro-1,4-phthalazinedione 
3-Aminophthalhydrazide
   
  
Eigenschaften 
  
Luminol ist ein schwach gelbes, kristallines Pulver, das in Wasser unlöslich ist. In organischen Lösungsmitteln und in alkalischen, wässrigen Lösungen löst es sich. Mit Luminol kann eine starke Chemolumineszenz demonstriert werden, wenn es in alkalischer Lösung mit einem Oxidationsmittel wie Wasserstoffperoxid vermischt wird und Schwermetall-Ionen vorliegen.
   

   Luminol    


Herstellung und Geschichte  
  
Zur Herstellung von Luminol wird Phthalsäure zunächst zu 3-Nitrophthalsäure nitriert, die man mit Natronlauge zum di-Natriumsalz umwandelt. Dieses wird unter Erwärmung mit Hydrazinsulfat versetzt. Dabei entsteht Nitrophthalsäurehydrazid, das dann mit Natriumdithionit zum Luminol reduziert wird.
   
  
Verwendung 
  
Luminol wird im Chemieunterricht zum Zeigen des Phänomens der Chemolumineszenz benötigt. Dazu wird wenig Luminol in verdünnter Natronlauge gelöst und kurz vor der Reaktion mit einer Wasserstoffperoxidlösung vermischt. Als Katalysator wird Kaliumhexacyanoferrat(III) zugegeben, damit das blaue Leuchten entsteht.


Chemolumineszenz des Luminols

Chemolumineszenz einer alkalischen Luminollösung in einem Schauversuch

 
Film erhältlich auf >DVD



Die gleiche Reaktion dient in der Kriminalistik zum Nachweis von Blut. Bei der kriminaltechnischen Untersuchung auf Blutspuren dient der Häm-Komplex im Blut als Lieferant für die Schwermetall-Ionen. Die alkalische Luminollösung und die Wasserstoffperoxidlösung werden erst kurz vor dem Test vermischt und auf die zu prüfenden Objekte gesprüht. So können anhand des blauen Leuchtens geringste Blutspuren nachgewiesen werden.

Beim Lösen in Natronlauge entsteht ein geladenes Luminol-Molekül, das dann durch Wasserstoffperoxid oxidiert wird. Das durch die Oxidation energiereiche Molekül befindet sich in einem angeregten Zustand. Nach dem Aussenden von Licht wird das Molekül wieder in den Grundzustand versetzt.

   
  
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