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  Kaliumiodid   KI 
    
  
 


In dunkler Flasche
 
aufbewahren  
  
Weißes, kristallines  
Pulver
Molmasse  166,003 g/mol   
  


 
AGW  keine Angaben
Dichte  3,12 g/cm3   
Schmelzpunkt  +661°C  
Wasserlöslichkeit 
100g H2O lösen bei 25 °C 148 g
- - Entsorgung  G 4   
Etikett drucken Deutscher Name Englischer Name
CAS 7681-11-0 Kaliumiodid Potassium iodide
   
  
Eigenschaften 
  
Kaliumiodid ist im Handel als weißes, grobkörniges, kristallines Pulver erhältlich. Das salzig schmeckende Kaliumsalz der Iodwasserstoffsäure bildet klare Kristalle nach dem kubischen System. Es löst sich gut in Wasser unter starker Abkühlung. An der Luft zersetzt sich Kaliumiodid nur ganz langsam unter Einwirkung von UV-Licht. Es bildet sich Iod, was an einer leichten Gelbfärbung erkennbar ist. Kaliumiodid in gut verschlossenen Chemikalienflaschen zersetzt sich aber unter normalen Umständen nicht.


Kaliumiodid

Dieses Kaliumiodid hat sich nicht zersetzt.


Das Halogen
Iod bildet in einer wässrigen Kaliumiodid-Lösung ein Iodid-Polymer, das im reinen Zustand farblos ist. Bei Iod-Überschuss erscheint die Lösung gelblich. Iod-Kaliumiodid-Lösung ist die klassische Reagenz zum Stärkenachweis, beispielsweise im Brot oder in anderen Mehlprodukten. Es entsteht dabei ein Polyiodidstärke-Komplex, der an einer blauen oder violetten Färbung erkennbar ist.
   

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Beim Stärkenachweis bildet sich eine blaue oder violette Färbung.
   
  
Herstellung 
  
Die industrielle Herstellung erfolgt durch Reduktion von Kaliumiodat oder durch die Neutralisation von Iodwasserstoffsäure mit Kalilauge. Im Labor kann man Kaliumiodid durch die Reaktion von Eisen(II)-iodid mit Pottasche bei höherer Temperatur gewinnen. Das Eisen(II)-iodid kann durch die Reaktion von Eisenspänen mit Iod erhalten werden:   
  
I.)  Fe  +  I2 reagiert zu  FeI2      ΔHR = -125,4 kJ/mol  
II.) H2O  +  FeI2  +  K2CO3 reagiert zu  Fe(OH)2  +  CO2  +  KI   

   
Das ebenfalls entstehende Eisenhydroxid setzt sich am Boden ab. Die Lösung wird abdekantiert und ein Teil des Wassers aus der Lösung abgedampft. Aus der eingeengten Lösung scheiden sich beim Stehenlassen die Kaliumiodid-Kristalle aus. Eine andere Möglichkeit der Synthese wäre die Reaktion von Kalilauge mit Iod:  
   
6 KOH  +  3 I2 reagiert zu  5 KI  +  KIO3  +  3 H2O  
   
Das dabei gleichzeitig entstehende Kaliumiodat kann durch Glühen mit Kohle reduziert werden:  
   
2 KIO3  +  3 C   2 KI +  3 CO2
   
  
Verwendung 
  
Kaliumiodid wurde früher zur Iodierung von Speisesalz verwendet, heute verwendet man dafür hauptsächlich Kaliumiodat oder Natriumiodat. Die chemische Industrie benötigt Kaliumiodid zur Herstellung anderer Iodverbindungen wie Silberiodid. In der Medizin und in der Futterindustrie wird es als Iodpräparat verwendet. Im Labor dient Kaliumiodid zur Herstellung von Iod-Kaliumiodid-Stärkenachweispapier oder als vielseitige Reagenz in der analytischen Chemie: In der Maßanalyse wird es zur Bestimmung des Sauerstoffgehalts nach Winkler benötigt. Im Chemieunterricht setzt man man Kaliumiodid als Katalysator beim Versuch "Elefantenzahnpasta" ein.

Bei Strahlenunfällen wird Kaliumiodid in Form von Tabletten auf behördliche Anordnung verabreicht. In der Schweiz werden die Iod-Tabletten an die Bevölkerung in 20 Kilometer Umkreis der Atomkraftwerke abgegeben. Das Kaliumiodid reichert sich in den Schilddrüsen an und verhindert damit die Aufnahme von radioaktiven Iod- und Cäsium-Verbindungen.  
    

Iodtabletten

Solche Kaliumiodid-Tabletten wurden an die Bevölkerung in Bern ausgeteilt.
   
  
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