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  Kaliumhexacyanoferrat(III)   K3[Fe(CN)6] 
   
   
    
 
  


  
Rubinrote bis orangerote 
Kristalle
Molmasse  329,244 g/mol   
 
 


AGW  keine Angaben
Dichte  1,89 g/cm3  
Zersetzung  beim Erhitzen 
Wasserlöslichkeit 
100g H2O lösen bei 25 °C 48,8 g
- Gefahrenklassen + Kategorie  
Gewässergefährdend chron. 3
HP-Sätze (siehe Hinweis)      
H 412   P 273    Entsorgung G 4
Etikett drucken Deutsche Namen Englischer Name
CAS 13746-66-2 
  
 
Kaliumhexacyanoferrat(III)  
Kaliumhexacyanidoferrat(III) 
Rotes Blutlaugensalz
Potassium ferricyanide 
  
 
    
  
Eigenschaften 
  
Kaliumhexacyanoferrat(III) ist auch als rotes Blutlaugensalz bekannt. Es bildet im Vergleich zum gelben Blutlaugensalz rubinrote Kristalle nach dem monoklinen System, die im Wasser gut löslich sind. Die wässrigen Lösungen erscheinen gelblich, sie zersetzen sich unter Lichteinwirkung allmählich, wobei sich Eisen(III)-hydroxid Fe(OH)3 bildet. Auch Säuren und Hitzeeinwirkung beschleunigen die Zersetzung.


 Blutlaugensalze

  
Die Blutlaugensalze wurden früher aus Blut hergestellt: Beim Glühen von eingetrocknetem Blut, Hornspänen und stickstoffhaltigen, tierischen Substanzen in Gegenwart von Eisenspänen und Pottasche entstand ein Produkt, das mit Wasser ausgelaugt wurde. Daraus kristallisierte ein Salz aus. Je nach Luftzufuhr und Temperatur erhielt man Rotes oder Gelbes Blutlaugensalz. Beide Salze können beim Zerfall Kaliumcyanid freisetzen. Sie sind sich in ihren chemischen Eigenschaften ähnlich. Im Gegensatz zum Gelben Blutlaugensalz reagiert das rote Salz nicht mit Eisen(III)-Ionen, sondern mit Eisen(II)-Ionen zu Berlinerblau. Genaugenommen handelt es sich beim Roten Blutlaugensalz um einen Hexacyanidoferrat(III)-Komplex. Auch das Berlinerblau besteht aus einem Komplex.

   


Bei Zugabe einer Kaliumhexacyanoferrat(III)-lösung zu
einer Eisen(II)-sulfatlösung entsteht Berlinerblau.

    
 
Herstellung 
  
Kaliumhexacyanoferrat(III) lässt sich leicht durch Oxidation von Kaliumhexacyanoferrat(II) mit Wasserstoffperoxid oder anderen oxidativ wirkenden Stoffen wie Chlor- oder Bromwasser herstellen. Es kann auch auf elektrochemischem Weg synthetisiert werden.
    
  
Verwendung

Das Salz wird im Chemieunterricht zum Züchten von roten, monoklinen Kristallen verwendet. Die chemische Industrie benötigt Rotes Blutlaugensalz als schwaches Oxidationsmittel bei organischen Synthesen. Es dient zur Herstellung von Berlinerblau und wird bei der Küpenfärbung benötigt. In der analogen Fotografie wird es beim Entwickeln als Abschwächer eingesetzt. Ist ein Bild zu stark belichtet, kann das ausgeschiedene Silber mit dem Roten Blutlaugensalz wieder zurück oxidiert werden.  Früher setzte man es bei der Cyanotypie zusammen mit Ammoniumeisencitrat oder mit Ammoniumeisenoxalat ein. Bei diesem fotografischen Blaudruckverfahren entsteht bei der Vermischung von Lösungen der beiden Stoffe eine lichtempfindliche Schicht. Beim Auftreffen von Licht bildet sich Berlinerblau. Die Entwicklung des Bildes erfolgt durch Spülen mit Wasser. Die löslichen Eisen(II)-Salze werden ausgewaschen, die unlöslichen Eisen(III)-Salze verbleiben im Papier und verleihen der Cyanotypie die charakteristische Färbung.


Rotes Blutlaugensalz: Kristalle

Gezüchtete, monokline Kristalle des roten Blutlaugensalzes
       
  
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