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  Kaliumdichromat   K2Cr2O7 

 
Teflonverschluss

 
 
 
 
 
 
Orange  
Kristalle
Molmasse  294,185 g/mol   
   


AGW  k.A., krebserzeugender Stoff
Schmelzpunkt  +398°C  
Zersetzung  +500 °C 
Dichte  2,68 g/cm3   
Wasserlöslichkeit 
100g H2O lösen bei 25 °C 15,1 g
Piktogramme  
   
GHS 03  
GHS 05  
GHS 06  
GHS 08  
GHS 09  
    
Gefahr  
  
  
 
Gefahrenklassen + Kategorie   
Oxidierende Feststoffe 2  
Akute Toxizität oral 3  
Akute Toxizität dermal 4  
Akute Toxizität inhalativ 2  
Ätz/Reizwirk. auf die Haut 1B  
Sensib. der Atemwege/Haut 1  
Keimzellenmutagenität 1B  
Karzinogenität 1B  
Reproduktionstoxizität FD 1B  
Spez. Zielorgantoxizität  w. 1  
Gewässergef. akut/chronisch 1
HP-Sätze (siehe Hinweis)    
  
H 272, H301, H312, H314, H317 
H330, H334, H340, H350, H360FD 
H372, H410  
   
P 221, 260, 273, 280.1-3,5+7 
301+310, 308+313   
    
Entsorgung besondere Hinweise  
   
 
  Deutscher Name Englischer Name
CAS  7778-50-9 Kaliumdichromat Potassium dichromate
   
Bemerkung für Schulen: Kaliumdichromat ist ein krebserzeugender Stoff. Gemäß der RISU 2013 wären lösliche Chrom(VI)-Verbindung in einer Ausnahmeregelung erlaubt, allerdings sind erbgutschädigende Stoffe der Kategorien 1A und 1B generell verboten. Daher ist Kalkumdichromat an Schulen nicht erlaubt. Für Länder, in denen diese RISU nicht gültig ist, empfiehlt der Autor einen freiwilligen Verzicht. Der Stoff sollte aus alten Chemiekästen entfernt werden. Beim Einatmen der Stäube besteht Lebensgefahr. Dichromate wirken stark gewebeschädigend.
   
  
Eigenschaften 
  
Kaliumdichromat bildet orangerote Kristalle, die im Gegensatz zum Natriumdichromat kein Wasser anziehen und nicht hygroskopisch sind. Kaliumdichromat ist toxischer als Kaliumchromat, es ist vergleichbar mit Ammoniumdichromat  
   
 
    Kaliumchromat und Kaliumdichromat

  
Bei einer Erwärmung auf 396°C entsteht eine schwärzliche Flüssigkeit, die sich beim Abkühlen wieder rötlich färbt. Beim Erhitzen über 500°C zerfällt das Kaliumdichromat in Kaliumchromat, Chrom(III)-oxid und Sauerstoff:  
   
4 K2Cr2O7   2 Cr2O3 + 4 K2CrO4  + 3 O2  

Kaliumdichromat wirkt stark oxidierend, mit Salzsäure bildet sich Chlor und unter Zugabe von Schwefelsäure werden primäre Alkohole zu Aldehyden und Carbonsäuren oxidiert. Gemische mit Metallen in Pulverform, mit reduzierend wirkenden organischen Stoffen oder mit konzentrierter Schwefelsäure können explosionsartig reagieren. Beim Zugeben von Kalilauge entsteht ebenfalls das hellgelbe Kaliumchromat:  
   
K2Cr2O7 + 2 KOH   2 K2CrO4  + H2O  
   
Eine wässrige Kaliumdichromatlösung bildet mit löslichen Bleisalzen wie Blei(II)-nitrat schwer lösliches Bleichromat, das als kräftiger, gelber Niederschlag aus der Lösung ausfällt.
    
  
Herstellung 
  
Im Labor erfolgt die Herstellung aus Natriumdichromat und Kaliumchlorid. Das Kaliumchlorid wird in eine konzentrierte Natriumdichromatlösung eingetragen:  
   
Na2Cr2O7 + 2 KCl reagiert zu  K2CrO4  + 2 NaCl  
   
Das Kaliumdichromat fällt beim Abkühlen aus der Lösung aus. Kaliumdichromat kann auch aus dem Mineral Chromit hergestellt werden.
    
  
Verwendung 
  
Bei chemischen Analysen wird eine Kaliumdichromat-Lösung zum Nachweis von Blei-Ionen verwendet. Weiterhin dient es zur Herstellung von Chrompigmenten. Beim Zusammengeben von konzentrierter Schwefelsäure und Kaliumdichromat entsteht die stark ätzende Chromschwefelsäure, die sich als besonders wirksames Reinigungsmittel für Glasgeräte auszeichnet. Weiterhin wird es in der Gerberei und bei bestimmten Druckverfahren eingesetzt. Im Labor findet es auch in der Maßanalyse, als Urtitersubstanz und als Oxidationsmittel Verwendung.
   
  
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