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  Kaliumchlorat   KClO3 
  
  
  
   
 
Weißes, kristallines  
Pulver
Molmasse  122,549 g/mol   
  
AGW  keine Angaben
Dichte  2,34 g/cm3   
Schmelzpunkt  +357 °C  
Zersetzung  +550 °C 
Wasserlöslichkeit 
100g H2O lösen bei 25 °C 8,61 g
Piktogramm  
GHS 03   
GHS 07  
GHS 09  
Gefahr
Gefahrenklassen + Kategorie   
Oxidierende Feststoffe 1  
Akute Toxizität oral 4  
Akute Toxizität inhalativ 4  
Gewässergefährdend chron. 2
HP-Sätze (siehe auch Hinweis)      
H 271, 302, 332, 411    
P 210, 220, 221, 273, 280.1-4, 301+312, 306+360  
Entsorgung siehe Hinweise 
Etikett drucken Deutscher Name Englischer Name
CAS  3811-04-9 Kaliumchlorat Potassium chlorate
   
Bemerkung für Schulen: Das starke Oxidationsmittel Kaliumchlorat ist mit größter Vorsicht zu handhaben, da schon geringfügige Verunreinigungen und Berührungen die explosiven Reaktionen auslösen können. Es darf nur analysenreines und frisches, sehr sauberes Kaliumchlorat verwendet werden! Schülerversuche mit oxidierenden Feststoffen der Kategorie 1 sind generell verboten. Kaliumchlorat ist kein Explosivstoff, kann aber zur Herstellung dazu verwendet werden (rechtlicher Hinweis).
  
  
Eigenschaften 
  
Kaliumchlorat kommt als weißes, kristallines Pulver in den Handel. Das Kaliumsalz der Chlorsäure löst sich in kaltem Wasser nur mäßig gut. In warmem Wasser ist die Löslichkeit deutlich besser. Im Gegensatz zum Natriumchlorat zerfließt das kristalline Pulver nicht unter Wasseraufnahme, es ist nicht hygroskopisch.  Kaliumchlorat gibt beim starken Erhitzen Sauerstoff ab. Dabei entsteht Kaliumperchlorat und Kaliumchlorid:  
   
2 KClO3 reagiert zu  KClO4  +  KCl  +  O2  
   

Kaliumchlorat

Kaliumchlorat ist als weißes, kristallines Pulver erhältlich.
 

Über 550 °C zerfällt Kaliumchlorat vollständig in Kaliumchlorid und Sauerstoff. Diese Zersetzung findet bei der Zugabe von Mangandioxid als Katalysator schon bei 150 bis 200 °C statt. Wird Kaliumchlorat mit leicht oxidierbaren Stoffen wie Schwefel, Phosphor, Iod oder Kohlenstoff vermischt, kann es beim Erhitzen, bei Reibung, Stoß oder Schlag sehr heftig explodieren. Dies gilt auch für Mischungen mit organischen Stoffen, zum Beispiel mit Holzmehl oder mit Petroleum. Beim Vermischen mit rotem Phosphor entstehen sehr berührungsempfindliche Gemische, die heftig explodieren.
     
Kaliumchlorat und roter Phosphor

Kaliumchlorat und roter Phosphor

Das Vermischen von wenigen Milligramm...

Explosion beim Berühren mit dem Spatel

 Explosion

  ...kann schon zu schweren Verbrennungen führen..

Diese Demonstration eignet sich nur für erfahrene Fachkräfte. Film erhältlich auf >DVD
   
  
Herstellung 
  
Die Gewinnung erfolgt durch Elektrolyse einer Natriumchloridlösung und der nachfolgenden Fällung des entstandenen Natriumchlorats mit Kaliumchlorid. Dabei werden die Elektroden, eine Kathode aus Stahl und eine Anode aus aktiviertem Titan, nicht wie bei der Herstellung von Natriumhydroxid durch eine Membran voneinander getrennt, sondern eng aneinander gelegt. Es entstehen Natriumchlorat und Wasserstoff:

NaCl  +  3 H2reagiert zu  NaClO3  +  3 H2

In einer Zwischenreaktion bildet sich an der Anode zunächst Chlor, das mit den an der Kathode neben Wasserstoff gleichzeitig gebildeten Hydroxid-Ionen zu Hypochlorit reagiert. Dieses wiederum wandelt sich in einer Disproportionierung zum Chlorat um. Gibt man Kaliumchlorid zu einer kalten, konzentrierten Natriumchloratlösung, entsteht Kaliumchlorat, das  wegen seiner schlechten Löslichkeit ausfällt. Bei der Elektrolyse einer Kaliumchloridlösung entsteht das Kaliumchlorat auf direktem Weg.
   
   
Verwendung 
  
Im chemischen Labor wird Kaliumchlorat für Synthesen und präparative Zwecke benötigt. Kaliumchlorat ist in Zündhölzern enthalten: Das Gemisch aus Kaliumchlorat und Schwefel oder Antimontrisulfid im Zündholzkopf wird beim Reiben an der mit rotem Phosphor und Glaspulver verleimten Reibfläche entzündet. Der Zündholzkopf enthält Zusätze wie Leim, Paraffin und Farbstoffe. Das Holzstäbchen ist zur Verbesserung der Brennbarkeit mit Paraffin getränkt, gleichzeitig ist es mit Phosphatsalzen imprägniert, die das Nachglimmen verhindern.   
  

Streichholz und Reibfläche

Reibfläche mit rotem Phosphor und Zündholzkopf
  

In der Munition für Spielzeugpistolen wird eine Paste aus Kaliumchlorat und rotem Phosphor verwendet. Es dürfen maximal 7,5 Milligramm von dieser Armstrongschen Mischung pro Zündsatz eingesetzt werden. Die Blättchen nennt man Amorces, sie wurden erstmals um 1870 in Feuerzeugen eingesetzt. Sie entzünden sich bei Reibung oder explodieren laut beim Daraufschlagen. Das Abfeuern einer Spielzeugpistole nahe am Ohr kann zu Gehörschäden führen.  
  
Kaliumchlorat wird industriell zur Produktion von Sprengstoffen, Leuchtmunition und Feuerwerkskörpern benötigt. Die Menge an Chloraten in Feuerwerkskörpern ist aus Sicherheitsgründen auf einen bestimmten Mengenanteil begrenzt und in kleinerem Feuerwerk generell verboten. Ein hoher Anteil an Chloraten erzeugt besonders wirkungsvolle Effekte. Chloratsprengstoffe werden in Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr hergestellt.  
  
Chlorate wirken ätzend auf die Pflanzen. Zusammen mit Natriumchlorat wurde Kaliumchlorat früher als "Unkraut Ex" in Herbiziden eingesetzt. Allerdings werden auch Nutzpflanzen damit abgetötet. Der Einsatz in medizinischen Gurgelwässern zur Desinfektion war früher verbreitet, ist heute aber nicht mehr erlaubt.
  
  
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