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  Quecksilber(II)-oxid   HgO 

 
Teflonverschluss

  
 
 

 
 

Je nach Verteilungsgrad  
rotes oder gelbes  
Pulver
Molmasse  216,59 g/mol   
    
  




AGW  0,02 mg/m3 E (TRGS 900)  
Dichte  11,14 g/cm3   
Zersetzung  +500 °C 
Wasserlöslichkeit  
nur ganz wenig löslich
Piktogramme  
   
GHS 06  
GHS 08  
GHS 09  
Gefahr 
Gefahrenklassen + Kategorie   
Akute Toxizität oral 2  
Akute Toxizität dermal 1  
Akute Toxizität inhalativ 2  
Spez. Zielorgantoxizität  w. 2  
Gewässergef. akut/chronisch 1
HP-Sätze (siehe Hinweis)    
H 300, 310, 330, 373, 410  
P 260, 262, 273, 280.1-4+6, 301+310, 302+350, 405  
  
Entsorgung  besondere Hinweise 
  Deutscher Name Englischer Name
 CAS  21908-53-2 Quecksilber(II)oxid Mercury(II) oxide
    
Bemerkung für Schulen: Quecksilber(II)-oxid ist ein stark toxischer Stoff. Bei Berührung mit der Haut, beim Verschlucken und beim Einatmen besteht Lebensgefahr. Von einer Lagerung an Schulen ist abzuraten, daher wird kein Etikett angeboten.

Eigenschaften 
  
Quecksilber(II)-oxid nimmt je nach Verteilungsgrad eine rote oder eine gelbe Farbe an: Gelbe Kristalle besitzen einen Durchmesser von etwa zwei Mikrometer, rote Kristalle um die zehn Mikrometer. Quecksilber(II)-oxid ist kaum löslich in Wasser, es wird aber durch verdünnte Säuren leicht zersetzt und bildet dabei lösliche Quecksilbersalze. Dies erklärt die hohe Toxizität beim Kontakt mit dem menschlichen Körper. Beim Erhitzen färbt sich das rote Quecksilberoxid schwarz und das gelbe rot, da sich die Kristallkörner vergrößern. Bei 500°C zersetzt es sich in seine Elemente. Es kondensiert dabei Quecksilber an der Reagenzglaswand, der entstehende Sauerstoff kann mit der Spanprobe nachgewiesen werden.  
  
2 HgO   2 Hg  +  O2      ΔHR = +182 kJ/mol  
    

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Erhitzen von Quecksilber(II)-oxid: Ein Quecksilberspiegel entsteht.

Dieser Versuch sollte nicht als Schulversuch durchgeführt werden.
Ersatzversuche: Zerlegung von Silberoxid oder von Kupferacetat
   
  
Herstellung 
  
Das gelbe Quecksilber(II)-oxid entsteht bei der Reaktion von Quecksilber(II)-chlorid mit Natronlauge  
  
HgCl2  +  2 NaOH   HgO  +  H2O  +  2 NaCl   
   
Rotes Quecksilber(II)-oxid erhält man beim vorsichtigen Erhitzen von Quecksilber(II)-nitrat oder beim Erhitzen von elementarem Quecksilber auf 350 °C:   
   
2 Hg(NO3)2   2 HgO  +  4 NO2  +  O2   
2 Hg  +  O2   HgO  
   
Die Herstellung von Quecksilberoxid durch das Erhitzen von Quecksilber an der Luft war dem englischen Gelehrten Joseph Priestley (1733-1804) schon bekannt. Bei seinem berühmten Versuch zur Sauerstoffdarstellung erhitzte Priestley das Quecksilberoxid in einem Glasgefäß, das durch eine Quecksilbersperrschicht von der Luft abgesperrt war, mit einem großen Brennglas. Dabei erhielt er ein Gas, in dem eine Flamme viel heller brannte als in Luft. Priestley nannte das Gas "dephlogistierte Luft". Erst Antoine Lavoisier (1743-1794) benannte dieses Gas mit dem heutigen Namen und erklärte die Vorgänge mit Hilfe der Oxidationstheorie korrekt.
   
  
Verwendung 
  
Aus Quecksilber(II)-oxid lassen sich leicht andere Quecksilberverbindungen herstellen. Das Quecksilbersalz findet man auch in Quecksilber-Trockenbatterien als Depolarisator. Im Labor benötigt man es als Nachweisreagenz für Citronensäure und Essigsäure. Die frühere Verwendung als Pigment bei Schiffsanstrichen und für Porzellanfarben ist heute verboten.
   
  
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