Kaliumaluminiumsulfat
KAl(SO4)2
CAS 10043-67-1
CAS 7784-24-9

Kaliumaluminiumsulfat
Kaliumaluminiumsulfat Dodecahydrat

Potassium aluminium sulfate
Potassium aluminium sulfate dodecahydrate
weiß
farblos, weiß

Molmasse wasserfrei
Dodecahydrat

AGW
Dichte
Dodecahydrat 
Kristallwasserabgabe
Schmelzpunkt
Wasserlöslichkeit
(Dodecahydrat bei 20°C)
258,205 g/mol
474,389 g/mol

keine Angaben
1,72 g/cm3
+92 °C
+780 °C (Zersetzung)
100g H2O lösen 12,0 g (L)




Flasche
Gefahrenklassen + Kategorie
HP-Sätze (siehe Hinweis)  P280.3
Entsorgung
  G 4   
Seite oben Spezielle Bemerkungen für Schulen
Kaliumaluminiumsulfat ist nicht als Gefahrstoff eingestuft. Beim Arbeiten mit allen Chemikalien muss eine Schutzbrille getragen werden. In der Schule wird meistens das Dodecahydrat eingesetzt.
Seite oben Eigenschaften
Kaliumaluminiumsulfat Dodecahydrat ist auch unter dem Namen Alaun oder Kali-Alaun bekannt. Der Stoff bildet farblose Kristalle nach dem kubischen System. Die Minerale Kali-Alaun und Alunit sind anerkannte Minerale. Während das Dodecahydrat einen Wasseranteil besitzt, ist der Alunit aus basischem, wasserfreiem Kali-Alaun aufgebaut.

Alaun-Lösungen beim Erwärmen
Lupe
Im warmen Wasser löst sich viel mehr Kalialaun.

In fein gemahlener Form erscheint das kristalline Pulver weiß. Die Kristalle sind gut löslich in Wasser unter Bildung einer sauren Lösung. Die Löslichkeit steigt beim Erwärmen des Wassers stark an: Bei 20 °C lösen 100 Gramm Wasser etwa 12 Gramm Dodecahydrat, bei 40 °C sind es 25 Gramm, bei 60 °C 58,5 Gramm und bei 80 °C sogar 195 Gramm. Aus diesem Grund lässt sich das Salz aus einer heißen Lösung gut durch Auskristallisieren rein darstellen. Aus der sauer schmeckenden, wässrigen Alaun-Lösung kristallisieren farblose, oktaedrische Kristalle aus. An den Kanten der Kristalle zeigt sich gelegentlich die Würfelfläche. Beim Erhitzen auf 92 °C entweicht das gesamte Kristallwasser, und es entsteht Gebrannter Alaun, der auch unter der Bezeichnung Alumen ustum bekannt ist.

Alaun Kristallzüchtung
Lupe
Kalialaun-Kristalle in einer Petrischale
Alaunkristall gezüchtet
Lupe
Oktaeder mit der Fadentechnik gezüchtet
Seite oben Herstellung
In der Antike gewann man den Alaun aus dem Mineral Alunit. Ab 1500 konnte man den Alaun auch aus Schwarzschiefer oder Tonschiefer gewinnen. Man schichtete das Gestein in langen Reihen auf. Durch Verwitterungsprozesse bildete sich Schwefelsäure, die mit den enthaltenen Tonmineralen zu Alaun reagierte. Durch Brennen konnte der Prozess beschleunigt werden. Dabei färbte sich das Gestein aufgrund des Eisengehalts rötlich. Die Entfernung des Eisens erfolgte durch das Auslaugen mit Wasser. Dabei setzte sich der Alaun als Niederschlag ab.

Im Labor erhält man Kalialaun durch Zusammengeben einer Aluminiumsulfat-Lösung und einer Kaliumsulfat-Lösung, das reine Kaliumaluminiumsulfat wird danach durch Auskristallisieren gewonnen. Bei der technischen Herstellung wandelt man Ton oder Kaolin durch das Erhitzen mit Schwefelsäure in Aluminiumsulfat um und gibt dann das Kaliumsulfat hinzu:

Al2(SO4)3 + K2SO4  reagiert zu   2 KAl(SO4)2
Seite oben Verwendung
Im Chemieunterricht und in Kristallzuchtkästen ist Kaliumaluminiumsulfat das klassische Salz zum Züchten von Kristallen. Schon die alten Ägypter verwendeten Alaun als Flammschutzmittel für Holz. In der Färberei dient Alaun zum Beizen von Textilien. Die Papierindustrie benötigt es zum Leimen von Papier und die Gerberei zum Gerben von Leder. In der Medizin und in Rasiersteinen wird Alaun als Adstringens zum Stillen von Blut eingesetzt.

Rasierstein aus Alaun
Lupe
Ein Rasierstein aus Alaun dient zum Stillen von Blut.

Weitere Informationen

Anleitungen zum Züchten von Kristallen
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